Inhaltsverzeichnis
Kontaktieren Sie jetzt Ihre Abgeordneten im Europaparlament! Als nächstes steht die erste Lesung im Rat an.
(siehe auch SoundCopyright.eu für weitere Hinweise)
Materialien zur geplanten Verlängerung der urheberrechtlichen Schutzfristen
Worum es geht
Auf Betreiben von EU-Kommissar McCreevy will die Europäische Kommission die urheberrechtliche Schutzfrist für Aufführungen und Aufnahmen (die aufführenden Künstlern ggf. zusätzlich zu Autorenrechten eingeräumt wird) von 50 auf 95 Jahre zu erhöhen.
- Während von dieser Neuregelung kein Nutzen für Bürger, Verbraucher oder die Mehrheit der Künstler zu erwarten ist, ergeben sich sehr deutliche Nachteile:
- das Gebot der Gegenseitigkeit wird verletzt, das Wechselspiel von Geben und Nehmen wird auf fast 100 Jahre hin verhindert, obwohl die Kunst schon seit jeher auch und gerade von Zitat, Collage und Remix profitiert hat.
- die Zahl der sogenannten "verwaisten" Werke, die zwar dem Urheberrechtsschutz unterliegen, um die sich der Rechteinhaber aber nicht mehr kümmert, würde sprunghaft anwachsen und ein grossses kulturelles Gut so der Allgemeinheit auf Jahrzehnte entzogen werden.
die rückwirkende Verlängerung der Schutzfrist längst gemachter Aufnahmen ist eine reine Subvention, die vor allem den Megastars und den grossen Musikfirmen zu gute kommt, auf Kosten der Verbraucher, die weiterhin Monopolpreise zahlen müssen.
Pressespiegel (Auswahl)
07.05.09: Forscher fordern maßvolleres, objektiveres und liberaleres Urheberrecht
23.04.09: EU-Parlament für Verlängerung des Urheberrechtsschutzes für Musiker auf 70 Jahre
29.03.09: EU-Kompromiss zur Verlängerung des Urheberrechtsschutzes für Musiker geplatzt
Gemeinsame Erklärung europäischer Wissenschaftler gegen die Ausweitung der Schutzdfrist (11. März 2009) (pdf, engl.)
Zusammenfassung vom 12.03.09 auf Golem.de ("Mehr Geld für tote Musiker?")
Das Gesetzesvorhaben
Der zuständige Ausschuss im Europäischen Parlament ist Rechtsausschuss (JURI); ihm gehören u.a. die folgenden Abgeordneten aus Österreich und Deutschland an:
- Stellvertretende Mitglieder sind:
Am Dienstag, den 27.0.1.2009 veranstaltet der Rechtsausschuss (auf Initiative von Frau Lichtenberger) eine Podiumsdiskussion zur Frage der Schutzfristverlängerung. SoundCopyright hat einen kurzen Bericht über die Diskussion (engl.). Prof. Gronow, einer der Teilnehmer, informiert in seinem Blog darüber.
Die Abstimmung im Plenum ist für den 24.03.2009 angesetzt.
Den Abgeordneten können entweder direkt oder über Abgeordnetenwatch.de zu diesem thema kontaktiert oder befragt werden:
Stand der Dinge (in D, AT)
Literatur
(Hinweise zur hier zitierten Literatur ("executive summary", Rezension, Hinweis auf besonders relevante Kapitel usw.) sind willkommen!)
Studien zur Fristverlängerung
Studie der Universität Cambridge zur ökonomischen Wirkung der Fristverlängerung (Teil der Basis des Gowers-Reports)
Hugenholtz et al., ''The Recasting of Copyright & Related Rights for the Knowledge Economy'' (2006)
Bücher, Offene Briefe, Interviews und weitere Informationen
ORF-Interview mit Profs. Stepan und Kretschmer zur ökonomischen Wirkung der Fristverlängerung, hier werden ähnliche Fragen für die SZ beantwortet.
Info-Seite der Open Rights Group. Dieses Video der ORG fasst die wesentlichen Argumente zusammen.
Was ist zu tun?
'''Kontaktieren Sie Ihre Abgeordneten''' und erläutern Sie ihnen Ihre Bedenken bezüglich des Gesetzentwurfs. Die Abstimmung ist für den 23.03.2009 angesetzt!
Auf der Mailingliste des FFII zu Urheberrechtsfragen können Sie sich über das Thema informieren und darüber diskutieren.
Die Open Rights Group und die Electronic Fronier Foundation Europe haben eine Petition gegen die Schutzfristverlängerung gestartet, die hier unterzeichnet werden kann.
Die OpenRightsGroup hat Kontaktadressen und nützliche Hinweise zum Thema zusammengestellt, darunter unter anederm eine knappe Zusammenstellung der wichtigsten Argumente gegen die Fristverlängerung (pdf, engl.) und ein paar Tips zur Kontaktaufnahme mit Abgeordneten (pdf, engl.)
